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Gesundheit   FeLV und FIV
24.03.2006 von Felidae

Die häufigsten Fragen und Antworten zu FeLV und FIV

WAS IST FeLV?

FeLV beschreibt die Infektion mit dem Felinen Leukämievirus. Diese Infektion wurde früher häufig mit dem Begriff "Leukose" gleich gesetzt, da eine Infektion vereinzelt zu Lymphdrüsenkrebs führen kann. Diese Bezeichnung ist aber leicht irreführend: zum einen kann ein Lymphdrüsenkrebs bei der Katze auch ohne FeLV auftreten, zum anderen laufen die meisten FeLV-Infektionen ohne diese Lymphknoten-veränderungen ab.
WIE WIRD FeLV ÜBERTRAGEN?

Das Feline Leukämie Virus wird direkt von Katze zu Katze übertragen.

Hauptübertragungsquelle ist dabei der Speichel. Bißverletzungen stellen ein großes Übertragungspotential dar, weil hier der infektiöse Speichel direkt in die Blutbahn gelangen kann.
Eine infizierte Kätzin kann das Virus sowohl während der Trächtigkeit, als auch über die Milch an die Welpen weitergeben.

WELCHE FOLGEN HAT EINE INFEKTION MIT FeLV?

Das Virus dringt in die Maul- und Nasenschleimhäute ein und vermehrt sich dort innerhalb von zwei Tagen. Danach werden Mandeln und Lymphknoten infiziert. Über Blutzellen gelangt das Virus dann in Organe und in einigen Fällen ins Knochenmark. Durch die Virusvermehrung kann es zu Organschädigungen oder Tumorbildung kommen. Infiziert das Virus das Knochenmark wird die Blutbildung gestört und es kommt zu Blutarmut und Leukämie.

BLEIBT MEINE KATZE IHR LEBEN LANG FeLV-INFIZIERT?

Infiziert sich eine Katze mit FeLV so gibt es für den Infektionsverlauf drei Möglichkeiten: In den meisten Fällen, bei rund 60% der Tiere, gelingt es dem Immunsystem der Katze das Virus vollständig aus dem Körper zu beseitigen. Diese Tiere erkranken nicht. In etwa ein Viertel der Infektionen kommt es leider zu einer meist tödlich verlaufenden Erkrankung.
Die dritte Form wird als so genannte „latente“ Infektion bezeichnet. Dabei zieht sich das Virus in bestimmte Zellen des Knochenmarks zurück und kann dort oft jahrelang ruhen, ohne daß es zu einer Erkrankung kommt. Diese Katzen sind im FeLV-Test negativ, da sich kein Virus mehr im Blut befindet. Leider kann Streß oder eine andere Erkrankung, wie zum Beispiel FIV zu einer Reaktivierung führen und die Katze kann erkranken. Diese Form der Infektion führt vor allem dann zu Verwirrung, wenn die Katze vor einer Impfung im Test negativ war und dann - häufig Jahre später - positiv getestet wird.

FeLV-IMPFUNG, WANN IST SIE SINNVOLL ?

Eine Impfung gegen FeLV ist sehr sicher und verleiht eine gute Immunität. Bei einem FeLV-Test werden keine Antikörper sondern ein Teil des Virus direkt nachgewiesen, der nicht mit dem bei der Impfung benutzen Teil identisch ist. Man kann daher auch bei geimpften Katzen im Test feststellen, ob sie infiziert sind.

GIBT ES EINE FeLV-THERAPIE?


Bei schweren und deutlichen Symptomen einer FeLV-Infektion ist eine Therapie in den meisten Fällen nicht mehr möglich. Wie bei FIV können die durch die Immunschwäche verursachten Begleitinfektionen behandelt werden. Bei auftretendem Lymph-drüsenkrebs kann eine Chemotherapie versucht werden, um die Tumorentwicklung zu unterdrücken.


Medikamente, wie beispielsweise das Feline Interferon-Omega, können eingesetzt werden, um das Immunsystem zu unterstützen. Dies ist vor allem bei den Katzen zu empfehlen, die ohne klinische Erkrankung positiv getestet worden sind und unter Umständen noch in der Lage sind das Virus erfolgreich zu beseitigen.



WIE GROSS IST DAS RISIKO, DASS AUCH ANDERE TIERE IM HAUSHALT ERKRANKEN?

Da der Speichel einer FeLV-infizierten Katze sehr infektiös ist, ist das Risiko einer Ansteckung um vieles höher als bei FIV. Alle weiteren Katzen sollten getestet und im negativen Fall schnellstmöglich geimpft werden.

WANN SOLLTE GETESTET WERDEN?

1. Infektionsstatus des Tieres ist unbekannt
2. neu in den Haushalt kommendes/gekommenes Tier
3. krankes Tier, vormals negativ getestet, mit zwischenzeitlicher Kontaktmöglichkeit (Freigänger)
4. gesundes Tier nach Kontakt zu FIV oder FeLV positiv-getestetem Tier
5. im Vorfeld einer Impfung bei FeLV, bei FIV falls diese gewünscht und erhältlich

WANN KANN ICH EIN NEUES TIER INS HAUS NEHMEN?

Da Retroviren eine geringe Umweltstabilität haben reicht in der Regel eine Reinigung und Desinfektion von Futterschüsseln, Katzentoilette und allen von diesem Tier benutzen Gegenständen aus. Nicht zu desinfizierende Teile sollten beseitigt werden.


WAS IST FIV?

FIV ist eine Infektion mit dem Felinen Immunschwäche Virus. Dies ist wie HIV des Menschen eine lebenslange Infektion, die die Zellen des Immunsystems befällt. FIV ist weltweit verbreitet. Das Vorkommen in Deutsch-land liegt bei ca. 3-5.5 %. In unserem Labor zeigten sich im Jahr 2003 von den getesteten Tieren 4,8% positiv.

WIE WIRD FIV ÜBERTRAGEN?

Da FIV vor allem durch Bissverletzungen übertragen wird, ist das Vorkommen der infizierten Tiere in der Gruppe der nicht-kastrierten Kater über fünf Jahren am höchsten. Katzenwelpen können durch eine infizierte Mutter sowohl während der Trächtigkeit,
als auch über die Milch infiziert werden.

WELCHE FOLGEN HAT EINE INFEKTION MIT FIV?

Eine Infektion mit FIV erfolgt meist schon lange Zeit bevor die Katze erstmals schwerwiegende klinische Symptome zeigt. Die Infektionsanzeichen sind zunächst eher unauffällig. Es kommt zu kurzzeitigem Fieber, Freßunlust und Lymphknotenschwellungen. Sehr selten treten schon zu diesem Zeitpunkt schwere Verlaufs-formen auf. Danach kann die Katze über Monate bis Jahre völlig unauffällig sein. Nach und nach kommt es aber zu einer Erschöpfung des Immunsystems und die Katze beginnt erste Erkrankungen zu entwickeln. Vor allem Erkrankungen der Maulhöhle sind in 30 bis 50% der Fälle zu beobachten. Daneben sind Er-kältungen, bis zur Lungenentzündung zu sehen. Erkrankungen der Leber und Niere verschlechtern sich fortschreitend. Hautwunden heilen bei hinzu-kommenden bakteriellen Infektionen schlecht. In der Endphase der Erkrankung kommt es wie beim menschlichen AIDS zum Zusammenbruch des Immunsystems. Allerdings gibt es auch immer wieder Katzen, die obwohl sie infiziert sind, keinerlei FIV-bedingten Erkrankungen zeigen und sehr alt werden.


GIBT ES EINE FIV-THERAPIE?

Ist eine Katze einmal infiziert gibt es leider keine Möglichkeit das Virus zu eliminieren, da es sich dauerhaft in den Körperzellen verankert hat.
Eine relativ aufwendige und teure Therapie kann mit antiviralen HIV-Medikamenten aus der Humanmedizin versucht werden, die die Virusbelastung reduzieren und so das Immunsystem stärken. Zudem können Medikamente, die in der Lage sind das Immunsystem anzuregen, eingesetzt werden. Begleitend sollte im Bedarfsfall eine Therapie der auftretenden bakteriellen Infektionen und der Organerkrankungen durchgeführt werden. Eine FIV-positive Katze sollte zudem
regelmäßig geimpft und entwurmt werden.

WIE GROSS IST DAS RISIKO, DASS ANDERE KATZEN IM HAUSHALT AUCH ERKRANKEN?

Glücklicherweise ist das Risiko einer Ansteckung in einer bestehenden, in sich geschlossenen Katzegruppe sehr gering, da es hier in der Regel nicht mehr zu Rangordnungskämpfen kommt. Man sollte aber nach Möglichkeit kein neues Tier in den Haushalt einbringen, um Beißereien - die ja die Hauptinfektionsquelle darstellen - zu verhindern. Katzen, die sich in der „Ruhephase“ der Infektion befinden scheiden nur geringfügig Virus mit dem Speichel aus, so dass eine Ansteckung über Futterschalen so gut wie aus-geschlossen werden kann.

GIBT ES EINE IMPFUNG GEGEN FIV?

Seit 2002 ist in den USA ein neuer Impfstoff zugelassen. Ersten Studien zufolge kann ein Impfschutz von ca. 82% aufgebaut werden.
Da es sich allerdings um einen Vollerregerimpfstoff handelt bilden die Katzen genauso wie infizierte Tiere Antikörper aus und sind im Test positiv. Es ist somit keine Unterscheidung zwischen geimpften und infizierten Tieren möglich!


Text ist von Laboklin !!!







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