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Gesundheit   Allergie bei Katzen
24.03.2006 von Felidae

Was Sie über ALLERGIEN bei Katzen wissen sollten

Eine Allergie (=Überempfindlichkeit) ist eine Erkrankung mit unterschiedlichsten Auswirkungen für eine Katze. Prinzipiell handelt es sich dabei um eine “überschießende" Reaktion des Imunsystems,
die sich auf verschiedenste Art äußern kann.

Die wichtigsten Symptome bei der Katze sind einerseits Juckreiz und/oder verschiedenartige Hautveränderungen. Andererseits kann diese Erkrankung auch allergisches Asthma auslösen.
Die Ausprägungen können dabei stark variieren, so kann es sich bei einigen Katzen um eine relativ harmlose Erkrankung mit geringen Symptomen handeln, es kann jedoch auch sein, dass die Symptome so schwerwiegend sind, dass es zu einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität kommt.

Es gibt viele Arten von Allergien mit den unterschiedlichsten Auslösern und demnach auch verschiedene Arten von Therapien. Daher muss unbedingt die genaue Diagnose mit Hilfe spezieller Untersuchungen gestellt werden. Die häufigsten Ursachen für Allergien bei Katzen sind Flöhe, Hausstaubmilben, Pollen und Bestandteile des Futters.


Erste Hinweise auf eine Allergie



1.) Zeitpunkt und Ort des Auftretens sind erste wichtige Hinweise. Sind die Symptome im Frühling und Sommer am stärksten, können Pollen der Auslöser sein, ein vermehrtes Auftreten der Krankheitserscheinungen bis in den Spätherbst hinein kann ein Hinweis für eine Flohallergie sein. Selbst wenn keine Flöhe auf der Katze gefunden werden, ist das leider kein Hinweis - da Katzen sehr geschickt darin sind Flöhe wegzuschlecken.

2.) Eine Hausstaubmilbenallergie kann dagegen das ganze Jahr über auftreten - es kann jedoch zu einer Verschlimmerung kommen, wenn das Tier im Schlafzimmer schläft.

3.) Bei einer Futtermittelallergie kann mitunter ein direkter Zusammenhang mit der Fütterung beobachtet werden, jedoch können die Beschwerden auch sehr verzögert, also erst Tage nach der Fütterung auftreten. Der Wechsel von einer Futtermarke auf eine andere, oder von einer Geschmacksrichtung auf eine andere, bringt in der Regel keinen Erfolg.

Ein gründliche Analyse der Lebensumstände des Tieres durch den Tierarzt ist hier der Einstieg in die Allergiediagnostik. Da auch andere Erkrankungen zu Juckreiz und autveränderungen führen können, wird Ihr Tierarzt mit einigen Untersuchungen versuchen, diese auszuschließen.


Welche Untersuchungen sinnvoll sind, wird ihr Tierarzt anhand der Art der Veränderungen entscheiden. Es können z.B. Tupfer-, Abklatsch- oder Haarproben im Hinblick auf Bakterien oder Pilze
genommen werden, Hautgeschabsel zur Untersuchung auf Hautparasiten oder Hautstanzen zur weiteren Abklärung ins Labor gesandt werden. Manche Erkrankungen können auch mittels Blutuntersuchungen abgeklärt werden. Wenn alle übrigen Erkrankungen ausgeschlossen sind, wird ihr Tierarzt weitere Schritte der Allergiediagnostik unternehmen.


Es werden im Wesentlichen zwei Testverfahren unterschieden:

Hauttests

Dabei werden dem Tier verschiedene Allergene (Pollen, Hausstaubmilben,...)
in die Haut injiziert und anhand der Veränderung der Injektionsstelle kann der Tierarzt feststellen, ob eine allergische Reaktion auf die jeweilige Substanz vorliegt.

Bluttests

Bei manchen Allergien treten sogenannte Antikörper gegen die verursachende Substanz (Allergene, d.h. Stoffe, die Allergien auslösen) im Blut auf. Diese Antikörper können im Blut nachgewiesen werden. Daher benötigt ihr Tierarzt für diese Art von Allergietest eine Blutprobe Ihres Tieres.


Keiner der Tests kann universell eingesetzt werden. Ihr Tierarzt wird den für ihr Tier geeigneten Test auswählen und kritisch auswerten.


Besonderheiten

Eine Futtermittelallergie ist eine schwierig zu diagnostizierende Erkrankung. Das liegt daran, dass das Immunsystem des Magen- Darmtrakts auf unterschiedliche Art reagieren kann. Eine sichere Diagnose ist mit einer sogenannten “Ausschlussdiät" (Eliminationsdiät) möglich. Sie erfordert jedoch 100%ige Konsequenz durch den Besitzer und ist vor allem bei heiklen Katzen oder solchen Tieren, die ins Freie gehen können, schwierig durchzuführen.

Für die Diagnose und auch für die spätere Behandlung ist es aber unbedingt erforderlich, dass eine Futteraufnahme - außer der vom Tierarzt verordneten Diät - zuverlässig verhindert wird. Bei dieser Diät sollte dem Tier für bis zu zwei Monaten entweder ein Spezialfuttermittel, welches nur über den Tierarzt erhältlich ist, oder eine hausgekochte Diät über die Sie ihr Tierarzt beraten wird, gefüttert werden.

Wenn die Symptome verschwinden, war ein Bestandteil des alten Futters die Ursache. Im Anschluss daran kann das ursprüngliche Futtermittel wieder ausprobiert werden, ein Wiederauftreten der Symptomatik beweist dann das Vorliegen der Futtermittelallergie.

Mit einer Blutuntersuchung können zusätzlich die - auf verschiedene Futtermittel - gebildeten Antikörper nachgewiesen werden. Diese Untersuchung hilft Ihnen und ihrem Tierarzt das geeignete
Futter für eine Diät auszuwählen. Es gibt allerdings auch Formen einer Futtermittelunverträglichkeit, die nicht allergisch bedingt sind, d.h. es werden keine Antikörper gebildet; in solchen Fällen kann
man ausschließlich mittels Diät zu einer geeigneten Diagnose kommen.


Die Allergene sind bekannt - was tun?

Vermeidung der auslösenden Allergene ist die geeignetste Therapie. Bei einer Floh- oder Futtermittelallergie ist das auch relativ einfach durchzuführen, im Falle einer Pollenoder Hausstaubmilbenallergie kann man die Auslöser der Allergie jedoch meist nicht vermeiden. Bei Allergien, die dem Tier nur über eine kurze Zeit im Jahr Beschwerden bereiten, können verschiedene Medikamente in dieser Zeit Abhilfe schaffen. Bei ganzjährigen Symptomen sind die Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie jedoch zu schwerwiegend, daher sollte in diesen Fällen eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Betracht gezogen werden.


Für die spezifische Immuntherapie werden (basierend auf dem Ergebnis eines Allergietests) speziell für Ihre Katze individuelle Behandlungslösungen hergestellt. Diese enthalten geringe Mengen der Allergene, auf die ihr Haustier allergisch reagiert. Dem Tier werden diese verantwortlichen Allergene über Wochen in steigenden Konzentrationen und Intervallen injiziert.

Bei den meisten Katzen führt diese Behandlung
zu einer höheren Toleranz gegen die krankheitsauslösenden Allergene, so dass ihre Katze sich in ihrer Umgebung wieder wohl fühlt. Verbesserungen können oft schon nach wenigen Wochen, oder aber auch erst nach Monaten
eintreten. Bei über 70% der Tiere bewirkt diese Therapieform eine deutliche Verbesserung oder gar ein komplettes Verschwinden der Symptomatik.


Da Allergien jedoch nicht heilbar sind, sollte eine spezifische Immuntherapie bei gutem Erfolg über Jahre hinweg - unter Umständen lebenslang - beibehalten werden. In seltenen Fällen kann es zu Nebenwirkungen kommen, die sich i.d.R. aber nur in einer kurzfristigen, leichten Verschlimmerung der Symptome äußern und mit einer Dosisanpassung durch Ihren Tierarzt in den Griff zu bekommen sind.

Es muss jedoch bedacht werden, dass es sich bei einer Allergie um eine lebenslange Erkrankung handelt, die generell nicht geheilt und auch vererbt werden kann. Nur die genaue Kenntnis
der auslösenden Substanzen, die Vermeidung dieser Allergene und eine spezifische Immuntherapie können dazu beitragen, die Lebensqualität Ihrer Katze deutlich zu verbessern. Zusammen mit ihrem Tierarzt wird es Ihnen gelingen, eine Diagnose und somit ein optimale Lebensqualität für Ihr Tier zu erreichen.


Symptome

Katzen jeden Alters können Allergien entwickeln. Das erste auffällige Anzeichen ist heftiger Juckreiz.
Da Katzen ihre rauhe Zunge zum “Kratzen" benutzen, äußert sich Juckreiz meist in vermehrtem Putzen durch Belecken oder Benagen der Haut. Da viele Katzen sich dabei “verstecken " , kann der Tierbesitzer sie selten beim Schlecken oder Kratzen beobachten, entdeckt jedoch die Haut- und Fellveränderungen, die sich die Katze selbst zugefügt
hat oder findet Haarbüschel an bevorzugten Liegeplätzen. Am häufigsten fallen kahle Stellen an Bauch, Pfoten oder an einer anderen Stelle am Körper auf, wo auch immer die Katze mit ihrer Zunge hinkommt. Die Haut ist an diesen nackten Körper-stellen meist komplett unversehrt. Ein anderes Erscheinungsbild kann die sogenannte “miliare Dermatits " sein - dabei spürt man beim Streicheln der Katze viele, über den Rücken verteilte, kleine Krusten.


Auch der sogenannte “ eosinophile Granulom komplex " kann seine Ursache in einer allergischen Reaktion der Katze haben; dieses Krankheitsbild kann sich in verschiedenster Art und Weise manifestieren, z.B. als Geschwür der Lippe, eine erhabene Hautveränderung meist am Bauch, eine streifenförmige Hautveränderung an den Hinterextremitäten u.v.m..

Besonders bei Katzen, die auf ein Futtermittel allergisch reagieren, sieht man sehr häufig tiefe Kratzspuren im Kopfbereich. Diese Katzen können sich durch den starken Juckreiz selbst so
massiv verletzen, dass hier oft nur noch ein Verband helfen kann, oder sogar die Hinterpfoten verbunden werden müssen, damit sich das Tier nicht noch mehr Wunden zufügt.

Tex ist von Laboklin!!!





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