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Gesundheit   Herpes
24.02.2006 von Admin

Herpesvirus der Katze

Das für die Katze pathogene (krankmachende) Herpesvirus ist das Feline Herpesvirus-1 (FHV-1). Eine frühere Bezeichnung für den gleichen Erreger ist „felines Rhinotracheitisvirus“(= felines Nasen- und Luftröhrenvirus). Außerdem existiert ein zweites Herpesvirus bei der Katze (FHV-2), welches keine medizinische Bedeutung zu haben scheint. Es ist früher in Zusammenhang mit Harnwegserkrankungen gebracht worden.

Herpesviren gibt es auch bei anderen Tieren und dem Menschen, doch sind sie sehr wirtsspezifisch, was bedeutet, dass jede Tierart ihr „eigenes“ Virus hat.

® Eine mit FHV infizierte Katze stellt also keine Gefahr für den Menschen (oder andere Haustiere wie den Hund) dar oder umgekehrt.

Anmerkung: andere Schnupfenkeime, z.B. Bakterien, können sehr wohl artübergreifend übertragen werden.

Das Virus ist weltweit verbreitet und sehr häufig.

Welche Erkrankung macht das Virus ?

Das Herpesvirus ist als ein „Schnupfenvirus“ anzusehen, welches entsprechende Symptome bei den befallenen Katzen auslöst. Besonders anfällig für eine Infektion sind Welpen ab 6 –8 Wochen (Absetzalter) und Jungtiere oder erwachsene Tiere mit geschwächtem Immunsystem (z.B. Stresssituationen).

Zu dem Erkrankungsbild gehören:



® Fressunlust, Niesen, Augen- und Nasenausfluss, Speichelfluss, Bindehautentzündung (rote Augen, Konjunktivitis), Entzündungen im Maul (Ulzera), evtl. Husten, Fieber und in schweren Fällen eine Lungenentzündung.

Milde Infektionen können die Katzen nach 2-3 Wochen Erkrankungsdauer überstehen, schwere Infektionen können auch tödlich enden (selten). Häufig bleiben Folgeschäden wie chronische Augenentzündung (Keratitis, Konjunktivitis), chronischer Schnupfen oder immer wiederkehrende Erkrankungen zurück.

® neben dem typischen Schnupfen können bei weiblichen Katzen Scheidenentzündungen (Vaginitis) entstehen und bei trächtigen Tieren kann es zu Fehlgeburten kommen (Aborte). Die genauen medizinischen Abläufe sind dabei noch unklar, doch scheint der Abort Folge der allgemeinen Schwächung zu sein und wird weniger durch das Virus selbst verursacht.

® Außerdem können Herpesviren bei der Katze Störungen des Nervensystems bewirken (durch „Wanderung“ der Viren entlang der Nervenbahnen, besonders des Nervus trigeminus). Symptome wie Taumeln, leichte Krämpfe oder Verhaltensänderungen können die Folge sein. Diese Symptome treten auch nach „Wiederaktivierung“ des schlummernden Virus (latente Infektion) auf. In der Fachliteratur wird von dieser Form allerdings selten berichtet.

Anmerkung: Das FHV ist maßgeblich an der Erkrankung des sogenannten „Katzenschnupfen-Komplex“ beteiligt, an dem aber noch andere Erreger (Viren und Bakterien) mitwirken (z.B. FCV = Felines Calicivirus, Chlamydien, Bordetellen, Mykoplasmen).

Wie kommt es zu einer Infektion ?

® Das Virus wird von infizierten Tieren über Sekrete, besonders über Nasen- und Augenausfluss und mit dem Speichel ausgeschieden. Besonders viele Viren werden von akut erkrankten Tieren übertragen, also Katzen, die gerade Schnupfen haben. Aber auch gesunde Tiere, die den Erreger in sich tragen (latente Infektion) können Ausscheider der Viren sein. Dabei werden die Viren immer nur für einige Zeit ausgeschieden. Auch die scheinbar gesunden Tiere können dann wieder krank werden und Schnupfen bekommen.

® Andere Katzen stecken sich durch direkten Kontakt mit den infizierten Tieren an oder durch gemeinsam genutzte Fress- und Trinknäpfe. Die Viren können aber auch über Gegenstände und durch den Besitzer weiter getragen werden. Herpesviren sind in der Umgebung glücklicherweise nicht sehr widerstandsfähig (maximal 24 Std. bei Zimmertemperatur) und können mit den üblichen Desinfektionsmitteln abgetötet werden.

® Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt etwa 2-3 Tage.

Wie kann es vom Tierarzt nachgewiesen?

Jeder Schnupfen kann durch Herpesviren verursacht werden. Ein spezifischer Nachweis wird selten durchgeführt, ist aber möglich. Dazu wird eine Tupferprobe von Rachen oder Augen (Konjunktivalsack) genommen und in Speziallabors mittels entsprechender Methoden untersucht (Immunfluoreszenz, PCR). Sinnvoll ist ein direkter Virusnachweis z.B. in Zuchtbeständen mit Schnupfenproblemen um gezielte Maßnahmen einleiten zu können (gleichzeitig sollte dann auch auf weitere Keime wie Chlamydien untersucht werden).

Ein Antikörper-Nachweis über eine Blutuntersuchung ist möglich, allerdings medizinisch wenig aussagekräftig.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Erkrankung an Katzen-Schnupfen muss immer mit gut wirksamen Antibiotika behandelt werden, um die bakterielle Superinfektion einzudämmen. In schweren Fällen müssen Infusionen, fiebersenkende Mittel und unterstützende Maßnahmen, wie Vitamine (Vitamin A, B, C), Aufbaunahrung kein Komma etc gegeben werden.

Gegen Herpesviren gibt es neuerdings die Möglichkeit, mit Interferon omega (Virbagen omega, Virbac) zu behandeln. Das Mittel führt zu einer Hemmung der Virusvermehrung in der Zelle und kann injiziert werden (mehrere Injektionen s.c.). Bei Erkrankung des Auges kann das Mittel verdünnt als Augentropfen eingesetzt werden.

Aus der Humanmedizin stehen z.B. Azyklovir (ein Antimetabolit) zur Injektion (10mg/kg 3mal tägl s.c., i.v.) oder als Tabletten zur Verfügung. Idoxuridin kann als Augentropfen eingesetzt werden.

Als Futterzusatzstoff kann die Aminosäure L-Lysin, erhältlich in der Tiermedizin als Pulver (Firma Albrecht), gegeben werden. Sie verhindert ebenfalls die Virusvermehrung.

Weiterhin könnte die Behandlung mit Immunglobulinen (spezifischen oder unspezifischen Antikörpern) versucht werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Vorbeugend gegen Katzenschnupfen wird eine weit verbreitete Impfung durchgeführt. Die üblichen Impfstoffe enthalten abgeschwächtes Felines HerpesVirus (FHV-1). Der Impfstoff wird i.d.R. dazwischen müssen als Kombinationsimpfstoff zusammen mit Caliciviren (FCV) und Felinen Parvoviren (Katzenseuche, Feline Panleukopenie) in den Handel gebracht.

Impfplan gegen Katzenschnupfen-Katzenseuche:

® Die 1. Impfung sollte beim Welpen ab der 8. Lebenswoche erfolgen und die Wiederholungsimpfung 4 Wochen später. Eine Auffrischung erfolgt danach einmal jährlich.

Weibliche Katzen sollten nicht während der Trächtigkeit geimpft werden. In Zuchtbeständen, die Probleme mit Herpesviren oder Katzenschnupfen haben, sollten die Zuchttiere 1-2 Wochen vor dem Deckakt/Trächtigkeit geimpft werden. Die Mutter ist dann gut geschützt und die Welpen bekommen über die Antikörper in der Mutter-milch einen guten Schutz bis zum Absetzen.

Quelle: Jennifer Reber
http://www.cattery-spacetiger.de


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